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1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
Ein funktionierendes Compliance Management System (CMS) hat in den letzten Jahrzehnten sehr stark an Bedeutung gewonnen (Eckert und Deters 2017, 21). Be-sonders seit der Weltwirtschaftskrise 2008 mit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers wurden die Gesetze, Regularien sowie die Konsequenzen bei Ver-stößen für Unternehmen weltweit deutlich verschärft (Hein 2016, 2). Durch interna-tionale Verflechtungen ist zudem ein hoher Grad an Komplexität entstanden, sodass ein funktionierendes Compliance Management System für Unternehmen essenziell geworden ist (Eckert und Deters 2017, 21).
Die Relevanz eines Compliance Management System sollten sich Unternehmen spä-testens seit dem Urteil des Landgerichts München I im Jahre 2013 bewusst sein. Ein Ex-Vorstandsmitglied der Siemens AG wurde für das nicht existierende Compliance Management System des Unternehmens haftbar gemacht und zu einer Schadenser-satzzahlung in Höhe von 15 Millionen EUR an seinen ehemaligen Arbeitgeber verur-teilt. Es hatte sich während seiner Vorstandstätigkeit ein „schwarzes Kassensystem” entwickelt, welches der Bestechung von Entscheidungsträgern diente. Das Gericht befand den Ex-Vorstandschef für schuldig, der Pflicht über die Einrichtung eines CMS nicht nachgekommen zu sein (LG München I 2013).
Das Thema der Haftung der gesetzlichen Vertreter eines Unternehmens ist auch im Rahmen des Steuerrechts höchst relevant. Kommt es durch grob fahrlässige oder vor-sätzliche Pflichtverletzungen der gesetzlichen Vertreter zu Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis, haften diese auch nach dem Ausscheiden aus der Gesell-schaft mit ihrem Privatvermögen für die entstandene Steuerschuld nebst Zinsen (§ 69 Abgabenordnung (AO); Künstler und Seidel 2009, 245 f.). Nach dem Anwendungs-erlass zum § 153 AO vom 23. Mai 2016 kann die Einrichtung eines steuerlichen Kon-trollsystems gegen das Vorliegen eines Vorsatzes sprechen und damit Haftungsrisiken reduzieren (Bundesministerium der Finanzen 2016, Tz. 2.6).
Seit der Veröffentlichung dieses Anwendungserlasses beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit der Einrichtung eines solchen Systems. Dabei stellen sich viele Un-ternehmen die Frage, wie sich ein steuerliches Kontrollsystem bzw. ein Tax Compli-ance Management System (Tax CMS) in das Unternehmen implementieren lässt. Ge-rade Konzerne mit mehreren Gesellschaften stehen hier vor einer Herausforderung und beauftragen Beratungsunternehmen wie Ernst & Young (EY), um bei der Ausge-staltung und Einführung eines solchen Systems Unterstützung zu erhalten.
Da sich ein Tax CMS mithilfe von Informationstechnik (IT) deutlich effizienter und effektiver gestalten, bei einem Unternehmen einführen und managen lässt, bietet die EY-Abteilung „Tax Technology und Transformation” unter anderem Beratungs-dienstleistungen explizit zum Thema der informationstechnik-gestützten Tax CMS an.
1.2 FRAGESTELLUNG UND ZIELSETZUNG
Folgende Fragestellung soll im Rahmen dieser Arbeit beantwortet werden: Wie lässt sich ein Tax Compliance Management System nach dem IDW Praxishinweis 1/2016 bei einem Konzern einführen? Ziel dieser Arbeit ist es, ein Konzept für die Ausgestal-tung und den Einführungsprozess eines Tax CMS nach dem
IDW Praxishinweis 1/2016 am Beispiel einer Fallstudie aufzuzeigen.
Das aufgezeigte Konzept vereint verschiedene Beratungsansätze von EY zur Einfüh-rung eines Tax CMS. Es ist darauf hinzuweisen, dass andere Ansätze zur Implemen-tierung eines Tax CMS existieren und der Ablauf der Einführung stark von dem je-weiligen Unternehmen abhängt. Im Rahmen der Arbeit wird auf verschiedene Tools von EY und mögliche informationstechnische Lösungen im Bereich Tax Compliance eingegangen.
1.3 FORSCHUNGSMETHODE
Die Grundlagen für die Beantwortung der Forschungsfrage und die Analyse des ak-tuellen Forschungsstands werden in Kapitel 2 durch literaturbasiertes Arbeiten ge-schaffen, da sich mithilfe der wissenschaftlichen Theorie abstrakte Zusammenhänge erklären lassen. Kennzeichnend für die wissenschaftliche Theorie ist die deduktive Methodik, mit welcher vom Allgemeinen auf das Spezielle geschlossen werden kann (Oehlrich 2015, 8 ff.). In Kapitel 2 werden allgemeine Compliance-Grundsätze und IT-Lösungen dargestellt, um den Begriff Compliance Management System zu defi-nieren sowie einsetzbare IT-Lösungen im Bereich der Tax Compliance aufzuzeigen.
Zur Beantwortung der formulierten Forschungsfrage erfolgt in Kapitel 4 eine empiri-sche Untersuchung. Diese Methode umfasst die Erhebung von Daten und die Erfor-schung eines konkreten Untersuchungsgegenstands. Die qualitative Sozialforschung wird zum Beispiel für die Entwicklung neuer Modelle eingesetzt. Hierbei kommt eine interpretative, induktive Vorgehensweise zum Einsatz (Mayer 2013, 24). Da sich die zuvor beschriebene Forschungsfrage nicht durch die Auswertung standardisierter Daten beantworten lässt (quantitative Methodik), wird in der vorliegenden Arbeit die qualitative Methodik angewandt. Mit dieser Methode lassen sich noch wenig er-forschte Bereiche durch systematische Exploration empirisch begründen und es kann „induktiv vom Speziellen auf das Allgemeine…” geschlossen werden (Oehlrich 2015, 9). Als Forschungsstrategie ist der Fallstudienansatz ausgewählt worden, bei dem es sich um eine umfassende Strategie der empirischen Forschung handelt, um so ein Konzept zur Ausgestaltung und Einführung eines Tax CMS an einem Beispiel aufzu-zeigen, was sich auf Unternehmen ähnlicher Größe und Ausgangssituation übertragen lässt. Der Fallstudienansatz kann unterschiedliche Techniken zur Erhebung von Daten einschließen, wie zum Beispiel Befragungen, Beobachtungen oder Dokumentenana-lysen (Hamel 1992, 1-7).
Um eine verlässliche Aussage über den Untersuchungsgegenstand treffen zu können und die Validität der Aussagen zu erhöhen, wurde das Konzept der Daten-Triangula-tion nach Denzin angewandt (Denzin 1975, 301). Um die Triangulation zu erreichen, werden Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen und analysiert (Flick 2014, 418).
Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von Archivdaten des in der Fallstudie untersuch-ten Unternehmens, wie zum Beispiel des Geschäftsberichts aus 2017 sowie Archiv-daten von EY, bei denen es sich hauptsächlich um vergangene Präsentationen han-delt. Des Weiteren fanden Auswertungen von Dokumenten statt, die von EY im Rahmen des Tax CMS-Projekts für das im Fallbeispiel betrachteten Unternehmen erstellt wurden. Um die Erkenntnisse aus den Dokumentenanalysen zu untermauern, wurden zwei leitfadengestützte Interviews durchgeführt.
Für die Auswertung der Dokumente und der Interviews, wurde die qualitative In-haltsanalyse nach Mayring (2010) ausgewählt. Er unterscheidet drei Grundformen – Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung –wie in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Grundformen der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
Grundform Ziel
Zusammenfassung Material so reduzieren, dass die wesentlichen Inhalte erhalten blei-ben, durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus schaffen, der immer noch Abbild des Grundmaterials ist.
Explikation Zu einzelnen fraglichen Textstellen zusätzliches Material herantra-gen, das das Verständnis erweitert, das die Textstelle erläutert, erklärt, ausdeutet.
Strukturierung Bestimmte Aspekte aus dem Material herausfiltern, anhand vorher festgelegter Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material legen oder das Material aufgrund bestimmter Kriterien einschätzen.
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Mayring 2010, 65
Im Rahmen dieser Arbeit finden alle drei Grundformen Anwendung. Zunächst wur-de die zusammenfassende Analysetechnik verwendet, um die von EY erstellte Reife-gradanalyse des Fallbeispiels zu interpretieren, sowie den Ist- und Sollzustand her-auszuarbeiten (siehe Kapitel 4.2.1.2).
Aufbauend auf den Ergebnissen der Interpretation der Reifegradanalyse sind Ord-nungskriterien festgelegt sowie die Archivdaten und Dokumente auf diese Kriterien hin untersucht worden. Ziel dieser Strukturierung war es, bestimmte Aspekte aus den Dokumenten herauszufiltern, um ausgewählte Prozessrisiken und passende Vorkeh-rungen des Fallbeispiels in Kapitel 4.2.2 und 4.2.3 aufzuzeigen.
Zur Erhöhung der Validität und Klärung offener Fragen sind zwei Experten unter Einsatz eines leitfadengestützten Interviews befragt worden. Die Auswertung der Interviews erfolgte durch deduktive Kategorienbildung und unter Anwendung der strukturierten Analysetechnik nach Mayring (2010). Es wurde das Verfahren der Ex-plikation genutzt, um zusätzliche Informationen zu den internen Dokumenten von EY zu erhalten und Unklarheiten zu beseitigen. Ziel war es, ein umfassendes Ver-ständnis der Vorgehensweise von EY in Bezug auf Tax CMS-Projekte zu erhalten.
1.4 AUFBAU DER ARBEIT
Im Anschluss an die Einleitung werden im zweiten Kapitel die Grundlagen für die Fallstudie geschaffen. Es wird der Begriff „Tax Compliance” definiert, die rechtli-chen Rahmenbedingungen werden beleuchtet, die Grundelemente eines Tax CMS vorgestellt sowie Hintergrundwissen von einsetzbaren IT-Lösungen im Zusammen-hang mit einem Tax CMS vermittelt.
Das dritte Kapitel zeigt anhand von vier zusammengefassten Fachartikeln den aktuel-len Forschungsstand zu IT-Lösungen im Bereich der Tax Compliance auf. Das Kapi-tel enthält zudem eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes sowie die Einord-nung der vorliegenden Arbeit in den aktuellen Stand.
Das Konzept zur Ausgestaltung und Einführung eines Tax CMS wird im vierten Ka-pitel mithilfe einer Fallstudie dargelegt. Das untersuchte Unternehmen wird zunächst vorgestellt und die Ausgangssituation in Bezug auf Tax Compliance und die IT-Infrastruktur beschrieben. Anschließend wird das von EY entwickelte Phasenmodell zur Ausgestaltung und Einführung eines Tax CMS von EY aufgezeigt und anhand des Fallbeispiels erläutert. Im Anschluss daran erfolgt eine Bewertung des geplanten Tax CMS.
Im fünften Kapitel wird in Form einer Zusammenfassung ein Fazit über die Ausarbei-tungen der vorliegenden Arbeit gezogen. Des Weiteren wird ein Ausblick auf poten-zielle Anknüpfungspunkte und mögliche weiterführende Studien gegeben.

2 BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN DER TAX COMPLIANCE
2.1 BEGRIFFSDEFINITION „TAX COMPLIANCE MANAGEMENT SYS-TEM”
Unter dem Begriff Compliance wird die unternehmerische Pflicht verstanden, gel-tende Gesetzte und Regelungen einzuhalten (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011, Tz. 5). Des Weiteren wird Compliance als ein proaktives Verhalten der gesetzlichen Vertreter gesehen, für die Einhaltung der gesetzlichen Pflichten sowie der unterneh-mensinternen Regelungen sorgezutragen (Regierungskommission 2015, 6; Belser 2010, 800).
Aufgabe eines Compliance Management System ist es, die Einhaltung von Gesetzen, Regularien und sonstigen Pflichten sicherzustellen (Grützner und Jakob 2015). Mit der Einrichtung eines solchen Systems wird das Ziel verfolgt, Gesetzesverstöße und die daraus entstehenden Konsequenzen zu verhindern (Streck 2016, Rz. 1.1). Das Tax Compliance Management System ist als ein Bestandteil des Compliance Ma-nagement Systems anzusehen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 8).
Der Begriff Tax bezieht sich auf alle Steuern und Abgaben sowie steuerliche Neben-leistungen, wie z. B. Verzögerungsgelder oder Verspätungszuschläge (Besch und Starck 2016, Tz. 3). Daraus folgend umfasst der Begriff Tax Compliance die Einhal-tung der steuerrechtlichen Pflichten sowie die Befolgung der internen Richtlinien und der festgelegten Steuerstrategie. Für die praktische Umsetzung wird ein Tax CMS als Mittel eingesetzt (Besch und Starck 2016, Rn. 6; Kromer, Pumpler und Henschel 2013a, 254).
Das Ziel eines Tax CMS besteht vorwiegend darin, die Abgabe einer fehlerhaften Steuererklärung zu vermeiden, um damit die haftungs- und strafrechtlichen Risiken der gesetzlichen Vertreter eines Unternehmens zu verringern (Streck 2016, Rz. 1.4 ff.). Des Weiteren können finanzielle Risiken vermindert werden, die z. B. in Form von Verspätungszuschlägen auftreten können (Kromer, Pumpler und Henschel 2013b, 243 ff.). Weitere mögliche Vorteile sind die effektivere Steuerplanung und kürzere Betriebsprüfungszeiten (Kromer, Pumpler und Henschel 2013b, 802; Schwedhelm und Talaska 2016, 50).
Das steuerliche Risikomanagement ist ein zentrales Element des Tax CMS. Während das steuerliche Risikomanagement die Aufgabe hat, steuerliche Risiken zu bewerten, aufzudecken und zu verhindern, umfasst ein Tax CMS neben dem Risikomanage-ment die Befolgung gesetzlicher Pflichten (Besch und Starck 2016, Rn. 13). Das steuerliche Risikomanagement ist damit Teil des Tax CMS. Dies verdeutlicht Abbil-dung 1 zum Thema der unternehmerischen Überwachung, welche sich auf die steuer-liche Überwachung übertragen lässt.

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Abbildung 1: „Zum Wirrwarr der Überwachungsbegriffe”
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Küting und Busch 2009, 1361
Auch das steuerliche interne Kontrollsystem (steuerliche IKS) lässt sich nicht mit ei-nem Tax CMS gleichsetzen. Nach dem Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) ist es unter anderem Aufgabe des internen Kontrollsystems, die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften inklusive steuerrechtlicher Regularien zu überwachen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2016, Tz. 19). Dies ist durch organisatorische und technische Kon-trollen zu realisieren und zu dokumentieren (Bundesministerium der Finanzen 2015, S. 2). Damit ist das interne Kontrollsystem ein wesentlicher und es-senzieller Bestandteil des CMS. Im Vergleich dazu verfolgt ein CMS allerdings einen ganzheitlichen Ansatz, welcher sich auch auf das Befolgen unternehmensinternen Regelungen bezieht und das proaktive Handeln der gesetzlichen Vertreter voraus-setzt (Belser 2010, 800). Tax Compliance wird daher auch als eine Werteentschei-dung eines Unternehmens angesehen und bezieht sich, wie auch der Abbildung 1 zu entnehmen, auf die interne sowie externe Überwachung (Kromer, Pumpler und Henschel 2013a, 234).
2.2 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN IM BEREICH COMPLI-ANCE
National wie auch international sind über die letzten 20 Jahre eine Reihe von Geset-zen und Richtlinien in Bezug auf eine angemessene Unternehmensführung, das Risi-komanagement sowie interne Kontrollsysteme verabschiedet worden, die den Unter-nehmen immer weitreichendere Pflichten auferlegt haben. Da das Tax CMS einen Teilbereich des CMS darstellt, begründen sich die rechtlichen Rahmenbedingungen von Tax Compliance auf Compliance-Regulierungen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 8). Im Folgenden wird daher die Entwicklung der Rechtslage im Bereich der Compliance dargestellt; dabei wird allerdings nur auf die wichtigsten Gesetze und Richtlinien eingegangen.
Im Jahr 1998 wurde mit der Einführung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) nach § 91 Abs. 2 AktG dem Vorstand einer Aktiengesellschaft erstmals gesetzlich vorgeschrieben, geeignete Maßnahmen einzu-richten, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz 1998, 787). Da steuerliche Risiken oftmals nicht den Fortbestand gefährden, ist ein steuerliches Kontrollsystem nicht direkt durch dieses Gesetz vorgeschrieben (Kromschröder und Lück 1998, 1574).
Im Jahr 2002 ist der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) eingeführt worden, welcher allerdings lediglich Empfehlungen ausspricht. In Tz. 4.1.3 heißt es: „Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unter-nehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Er soll für angemessene, an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtete Maßnahmen (Compliance Management System) sorgen und deren Grundzüge offenlegen” (Regierungskommission 2015, Rn. 4.1.3).
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ist 2009 in Kraft getreten. Dieses beinhaltet detaillierte Vorschriften bezüglich der Anforderungen an interne Risikomanagement- und Kontrollsysteme für börsen- und kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland (Kromer, Pumpler und Henschel 2013a, 238 ff.).
Weitere bedeutende Regelungen und Empfehlungen in Bezug auf eine angemessene Unternehmensführung und -kontrolle enthalten außerdem das COSO-Modell, der Sarbanes-Oxley Act, die Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Basel II, die OECD-Leitsätze sowie § 130 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG). Im Rahmen dieser Arbeit wird nicht weiter im Detail auf alle Gesetze eingegangen. Es ist aber festzustellen, dass die Compliance-Anforderungen an Unternehmen und rechtliche Vorschriften zur Einrichtung von Risikomanagementsystemen und internen Kontrollsystemen immer weiter verschärft wurden.
Aufgrund dieser Entwicklung wurde 2011 durch das Institut der Wirtschaftsprüfer der Prüfungsstandard 980 über die Grundsätze ordnungsgemäßer Prüfung von Com-pliance Management Systemen erlassen. Unternehmen können sich durch die freiwil-lige Prüfung die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit eines CMS testieren lassen, um damit die Haftungsrisiken der gesetzlichen Vertreter zu reduzie-ren (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011). Die drohenden Konsequenzen einer unter-lassenen Compliance wurden besonders mit dem Urteil gegen das Ex-Vorstandsmitglied von Siemens 2013 deutlich, welches bereits in der Einleitung dar-gelegt wurde.
Die Prüfung eines CMS kann unterschiedliche Prüfungsgebiete umfassen, welche im Prüfungsstandard 980 (PS) aufgezählt werden. Hier sind auch beispielhaft das Au-ßensteuer- und Zollrecht aufgeführt (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011, Tz. A3). Demnach gehört es auch zu den Aufgaben eines CMS, steuerrechtliche Risiken und Regelverstöße zu identifizieren und zu verhindern. Erst mit der Veröffentlichung des Anwendungserlasses zu § 153 AO ist dies allerdings in das Bewusstsein der Unter-nehmen gerückt.
2.3 STEUERRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Der Abgabenordnung zufolge müssen die Angaben einer Steuererklärung wahrheits-gemäß und vollständig sein, was in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter liegt (§ 90 Abs. 1 S. 2 i. V. m. § 150 Abs. 2 S. 1 AO). Durch die stetige Zunahme der Komplexität des Steuerrechts und die enorme Anzahl der Geschäftsvorfälle – beson-ders in großen Unternehmen – kann es auch mit größter Sorgfalt zu Unrichtigkeiten und Fehlern in der Steuererklärung kommen (Geberth und Welling 2015, 1743). Die Abgrenzung zwischen der einfachen Korrektur von Fehlern in einer im guten Glau-ben erstellten Erklärung (§153 AO), der leichtfertigen Steuerverkürzung (§378 AO) und der strafbefreienden Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung nach § 371 AO kann äußerst schwierig sein, weil keine klaren Grenzen zwischen reinem Versehen, Leicht-fertigkeit und Vorsatz existieren (Deutscher Steuerberaterverband e.V. 2015, 2).
Bei grob fahrlässigem oder vorsätzlichem Verhalten der gesetzlichen Vertreter haften diese auch nach Ausscheiden aus der Gesellschaft mit ihrem Privatvermögen für Steuernachzahlungen, die aus Sachverhalten während ihrer aktiven Tätigkeit entstan-den sind (Kromer, Pumpler und Henschel 2013a, 250; § 69 AO). Ist ein wirksames Tax CMS eingerichtet, kann dies laut Bundesministerium der Finanzen (BMF) gegen das Vorliegen eines Vorsatzes sprechen.
So hat sich der BMF im Anwendungserlass zu § 153 AO vom 23. Mai 2016 erstmals positiv über ein Compliance System geäußert: „Hat der Steuerpflichtige ein innerbe-triebliches Kontrollsystem eingerichtet, das der Erfüllung der steuerlichen Pflichten dient, kann dies ggf. ein Indiz darstellen, das gegen das Vorliegen eines Vorsatzes oder der Leichtfertigkeit sprechen kann, jedoch befreit dies nicht von einer Prüfung des jeweiligen Einzelfalls” (Bundesministerium der Finanzen 2016, Tz. 2.6).
Vor allem durch den Anwendungserlass sind Tax Compliance Management Systeme in den letzten Jahren stark in das Bewusstsein der Unternehmen gerückt. Auch wenn nach der Abgabenordnung ein Tax CMS in Deutschland nicht direkt vorgeschrieben ist, könnten zukünftig die Compliance-Regelungen im steuerrechtlichen Bereich wei-ter verschärft werden, zum Beispiel im Zuge des Base Erosion and Profit Shifting-Aktionsplans (BEPS), welcher von der OECD entwickelt worden ist. Der Aktions-plan hat das Ziel, die aggressive Steuergestaltung von multinationalen Unternehmen zu identifizieren und zu verhindern (Jope 2016; Blumenberg 2017, 8).
Um auf zukünftige Gesetze vorbereitet zu sein und auch finanzielle Risiken einzu-schränken, ist es empfehlenswert, ein adäquates Tax CMS einzurichten. Eine Orien-tierung zur Einführung eines Tax CMS bietet der im Jahr 2017 veröffentlichte IDW Praxishinweis 1/2016 zur Ausgestaltung und Prüfung eines Tax Compliance Management Systems gemäß IDW PS 980. Der Praxishinweis bezieht sich auf den IDW PS 980 aus dem Jahr 2011.
2.4 DAS TAX COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM NACH DEM IDW PRAXISHINWEIS 1/2016
Der Praxishinweis des IDW enthält Empfehlungen für die Ausgestaltung und Prü-fung eines Tax Compliance Management System. Die gesetzlichen Vertreter tragen die Verantwortung für das Tax CMS. Darunter fällt die angemessene Ausgestaltung, das Festlegen von Rollen und Verantwortlichkeiten sowie die Überwachung und Optimierung des Systems (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 9, 19).
Bei einer angemessenen Ausgestaltung besteht das Tax CMS nach dem Prüfungs-standard aus sieben Grundelementen, die auf dem IDW PS 980 beruhen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 4). Ein Unternehmen in Deutschland ist bei der Imple-mentierung eines angemessenen Tax CMS nicht dazu verpflichtet, dem Rahmenkon-zept des IDW mit seinen Tax CMS-Grundsätzen Folge zu leisten. Vielmehr können Unternehmen die Tax CMS-Grundsätze frei wählen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011, Tz. 23). Unter Tax CMS-Grundsätzen sind allgemein anerkannte Rahmenkon-zepte oder vom Unternehmen individuell entwickelte Grundsätze zu verstehen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011, Tz. A30).
2.4.1 GRUNDELEMENTE EINES TAX CMS
Im Folgenden wird auf Grundelemente eines Tax CMS nach dem IDW
Praxishinweis 1/2016 näher eingegangen, welche miteinander in Wechselwirkung stehen. Die genaue Ausgestaltung dieser Elemente ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie z. B. der Größe des Unternehmens, der Branche sowie den festgelegten Tax Compliance-Zielen. Der Praxishinweis gibt daher auch keinen Min-deststandard bezüglich der genauen Ausgestaltung der einzelnen Elemente vor, son-dern spricht lediglich Empfehlungen aus, die zur Orientierung dienen sollen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 25).
Laut dem IDW formen die folgenden sieben Grundelemente ein Tax CMS (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 26 ff.):
• Tax Compliance-Kultur: bezieht sich auf die Grundeinstellungen und Verhal-tensweisen der gesetzlichen Vertreter und den Umgang mit dem Thema Tax Compliance im Unternehmen. Die Kultur bildet die Grundlage für ein angemes-senes Tax CMS. Der IDW empfiehlt diese z. B. an Hand einer Steuerrichtlinie oder eines Leitbildes an die Stakeholder zu kommunizieren.
• Tax Compliance-Ziele: werden von den gesetzlichen Vertretern aus den allgemei-nen Unternehmenszielen und der Strategie des Unternehmens abgeleitet und kommuniziert. Sie stellen die Basis für die Bewertung der Tax Compliance -Risiken dar.
• Tax Compliance-Programm: beinhaltet alle eingerichteten Grundsätze, Maßnah-men und Kontrollen (im Folgenden „Vorkehrungen” genannt), deren Aufgabe es ist, das Eintreten der identifizierten Risiken zu verhindern. Das Programm setzt sich aus präventiven und detektivischen Maßnahmen zusammen und wird schrift-lich dokumentiert. Präventive Maßnahmen, wie z. B. Schulungen der Mitarbeiter oder die Aufnahme von Review-Schritten in die steuerlichen Prozesse, versuchen die Entstehung von Risiken abzuwenden, während detektivische Maßnahmen, wie z. B. technische Kontrollen und Analysen, die Aufgabe haben, bereits ent-standene Fehler aufzudecken.
• Tax Compliance-Organisation: stellt die Möglichkeit der Anwendung des Tax CMS-Rahmenkonzepts sicher. Bestandteil dieses Grundelements ist die Festle-gung von Verantwortlichkeiten, Verteilung von Aufgaben sowie das Bereitstellen und Managen der verfügbaren Ressourcen, wie der Mitarbeiter, und der notwen-digen Informationstechnologie.
• Tax Compliance-Risiken: setzen sich aus allen Risiken der einzelnen Steuerpro-zesse der jeweiligen Steuerarten zusammen. Wie bereits in Kapitel 2.3 beschrie-ben, besteht besonders bei Unternehmen mit komplexen und internationalen Ge-schäftsvorfällen das Risiko, gegen steuerrechtliche Vorschriften zu verstoßen und eine fehlerhafte Steuererklärung abzugeben. Die Risiken der Missachtung von Steuergesetzen werden identifiziert, beurteilt sowie schriftlich festgehalten.
• Tax Compliance-Kommunikation: beinhaltet das Informieren der beteiligten Mit-arbeiter sowie ggf. Außenstehende über das ausgearbeitete Tax Compliance-Programm und die jeweiligen Zuständigkeiten.
• Tax Compliance-Überwachung und Verbesserung: umfasst die fortlaufende Kon-trolle, das Beseitigung von Mängeln sowie die Fortentwicklung des Systems.
Ergänzend ist anzumerken, dass alle Gesellschaften einer Unternehmensgruppe einen Teil des Tax CMS darstellen und die Ausgestaltung sowie die Anwendung des Tax CMS dokumentiert werden müssen. Dies ist vor allem für die Überwachung und Verbesserung des Systems wichtig.
2.4.2 PRÜFUNG EINES TAX CMS
Eine angemessene Dokumentation ist neben der Überwachung auch für die Prüfung des Tax CMS durch einen unabhängigen Prüfer essenziell, damit dieser die angemes-sene Einrichtung des Tax CMS beurteilen kann. Ein Unternehmen kann eine Ange-messenheits- oder eine Wirksamkeitsprüfung beauftragen (Institut der Wirtschaftsprüfer 2017, Tz. 62).
Die Angemessenheitsprüfung umfasst die Beurteilung der CMS Beschreibung mit ihren dargestellten und implementierten Vorkehrungen. Es wird geprüft, ob diese angemessen sind, um die Risiken wesentlicher Regelverstöße mit hinreichender Si-cherheit erkennen und verhindern zu können (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011, Tz. 17).
Die Wirksamkeitsprüfung umfasst die Angemessenheitsprüfung. Zusätzlich wird festgestellt, ob die Vorkehrungen des CMS implementiert und wirksam waren. Wirk-sam sind die Vorkehrungen nach dem IDW PS 980 dann, „wenn die Grundsätze und Maßnahmen in den laufenden Geschäftsprozessen von den hiervon Betroffenen nach Maßgabe ihrer Verantwortung zur Kenntnis genommen und beachtet werden” (Institut der Wirtschaftsprüfer 2011,Tz. 21).
Festzuhalten bleibt, dass ein nicht vorhandenes, unangemessenes oder unwirksames Tax CMS ein erhebliches finanzielles, strafrechtliches und auch imageschädigendes Risiko für Unternehmen darstellen kann (Kromer, Pumpler und Henschel 2013b, 794). Beratungsunternehmen wie EY werden daher zunehmend beauftragt, bei der Ausgestaltung und Implementierung von Tax Compliance Management Systemen Unterstützung zu leisten.
2.5 IT-LÖSUNGEN IM BEREICH TAX COMPLIANCE
Um den gesetzlichen Anforderungen an ein Tax CMS effizient nachkommen zu kön-nen, sowie dessen Angemessenheit und Wirksamkeit sicherzustellen, bedarf es einer weitreichenden IT-Infrastruktur innerhalb des Unternehmens. Nur so ist die Überwa-chung der vielen steuerlichen Prozesse sowie der Abgabe- und Aufbewahrungsfristen besonders im internationalen Kontext möglich (Kromer, Pumpler und Henschel 2013a, 261).
Die Erfassung und Bewertung der steuerlichen Vorgänge in den jeweiligen Gesell-schaften in einem Konzern ist durch den Einsatz von Excel nicht mehr zu bewerkstel-ligen. Für die Bewältigung der Anforderungen sind vielmehr professionelle Pro-gramme und ein einheitliches Enterprise-Resource-Planning-System (ERP-System) erforderlich (Kromer, Henschel und Simshäuser 2013, 2904).
Auch das Managen von Prozessen ist ohne den Einsatz von IT-Lösungen kaum denkbar. Abhilfe schafften Steuersoftware-Programme, mit denen sich Prozesse er-fassen und überwachen lassen. Einen großen Vorteil stellen Weblösungen dar, die allen Gesellschaften und ggf. auch externen Beratern einen weltweiten Zugriff auf die Arbeitsprozesse und Kontrollen ermöglichen (Kromer, Henschel und Simshäuser 2013, 2908).
2.5.1 ERP-SYSTEME
Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme) sind „integrierte unterneh-mensweite Anwendungssysteme” (Laudon, Laudon und Schoder 2015, 451). Diese Systeme bieten Unternehmen einen großen Mehrwert, da Daten und Funktionen aus mehreren Unternehmensbereichen in ein System integriert werden (Gronau 2010, 5).
Ein ERP-System besteht aus mehreren Schichten, wie in Abbildung 2 dargestellt. Die unterste Ebene, die Datenhaltungsschicht, besteht aus verschiedenen Datenbankbe-ständen, auf die durch ein Datenbankmanagementsystem zugegriffen werden kann. Auch befinden sich hier Schnittstellen zu anderen Datenbanken (Gronau 2010, 9).

Abbildung 2: Aufbau eines ERP-Systems
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Gronau 2010, 9
Ein ERP-System ermöglicht den „bereichsübergreifenden Zugang zu Daten für die Planung und Steuerung” (Sumner 2005, 5). Dies ist besonders für die Steuerabteilung eines Unternehmens von großer Bedeutung.
Für die Jahresabschlüsse und die Steuerberechnung bedarf es eines zeitnahen Zu-griffs auf die entsprechenden steuerrechtlich relevanten Daten in angemessener Qua-lität (Deloitte 2018). Mithilfe eines auf steuerrechtliche Sachverhalte ausgerichteten ERP- Systems lassen sich manuelle standardisierte steuerrechtliche Prozesse automa-tisieren, wodurch die Fehleranfälligkeit verringert wird (Pecho 2011).
Die weltweit größten Anbieter von ERP-Systemen sind derzeit SAP und Oracle (Mertens u. a. 2017, 17). Da sich das in der Fallstudie betrachtete Unternehmen dazu entschieden hat, ein weltweit einheitliches SAP-System mit SAP Business Suite 4 SAP HANA (SAP S/4HANA) einzurichten (siehe Kapitel 4), wird im Folgenden näher auf die Architektur von SAP HANA eingegangen.

2.5.2 SAP S/4HANA UND SAP TAX COMPLIANCE
Bei SAP S/4HANA handelt es sich um eine Softwareanwendung der Firma SAP mit einem In-Memory-Datenbanksystem. Während die Speicherung der Datensätze bei traditionellen Datenbanksystemen auf Festplatten erfolgt, „werden bei In-Memory-Datenbanksystemen wesentliche Teile der Datenbank im Arbeitsspeicher RAM vor-gehalten, wodurch ein sehr schneller Datenzugriff möglich wird” (Mertens u. a. 2017, 46). Die HANA Datenbank ermöglicht so das einheitliche Arbeiten in einer deutlich höheren Geschwindigkeit. Zudem können Dateninkonsistenzen vermieden werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Prozesse vollständig und detailliert abzubilden, wodurch Prozessrisiken vermindert werden (Anhang 10, Experte E1, Z. 307ff.). Die Softwareanwendung wird als On-Premise oder Cloud Version angeboten (SAP Deutschland SE & Co. KG 2018a). Das ERP-System wird bei der On-Premise Lösung im Rechenzentrum des Kunden gespeichert, während bei der Nut-zung der Cloud Version dafür das SAP Rechenzentrum verwendet wird (Koglin 2016, 45).
Mit SAP Tax Compliance bietet SAP eine spezifische Applikation für das Tax-Management, welche als ein Zusatzmodul des Produkts Governance, Risikomanage-ment und Compliance (GRC) angeboten wird (Anhang 10, Experte E1, Z. 316 ff.). Die Anwendung schafft mithilfe einer automatisierten, transaktionssteuerlichen Ver-arbeitung von Geschäftsvorfällen zum einen Abhilfe bei der Bestimmung der Bemes-sungsgrundlage. Zum anderen können steuerliche Auffälligkeiten und fehlerhafte Steuerbuchungen mit einem kontinuierlichen Monitoring identifiziert und validiert werden. Kommt es zu Korrekturen, werden diese von dem System dokumentiert (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 2018b; Chuprunov 2013, 201; SAP Deutschland SE & Co. KG 2018b).
2.5.3 WORKFLOW-MANAGEMENT-SYSTEME
Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, beinhaltet der Aufbau eines ERP-Systems in der Adaptionsschicht ein Integrationselement. Durch dieses Element lassen sich Systeme wie Workflow-Management-Systeme in ein ERP-System einbinden (Gronau 2010, 10). Ein Workflow-Management-System ist eine Software, die bei der Modellierung, dem Management und der Kontrolle von Prozessen Unterstützung leistet. Besonders geeignet sind die Systeme für standardisierte Prozesse, die sich in ähnlicher Weise wiederholen, wie z. B. umsatzsteuerliche Steuerprozesse (Mertens u. a. 2017, 74).
EY bietet steuerspezifische Lösungen an, wie beispielsweise das „Tax Intelligence Center” (TInC). Neben der Dokumentation steuerlicher Prozesse, der Verantwort-lichkeiten sowie der Aufbau- und Ablauforganisation lassen sich auch steuerliche Risiken und Kontrollen festhalten und überwachen. Konfigurierbare Fragebögen er-möglichen die datenbasierte Informationssammlung. Zudem lassen sich alle relevan-ten Informationen und Analysen der Risiken über ein dynamisches Dashboard dar-stellen. Damit gehen die Funktionen des TInC über die eines reinen Workflow-Management-Systems hinaus, und stellt vielmehr eine integrierte Tax Compliance Management-Plattform dar (Anhang 10, Experte E1, Z. 14 f.).

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